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Pabst

Main Stage

Biografie

Ihr ständig heraufbeschworener Tod gehört längst zur Folklore gitarrenlastiger Musik, obwohl der Gegenbeweis zu dieser angestaubten These auch in Deutschland seit einigen Jahren in der überraschend vielseitigen Landschaft der Indiebands zu finden ist. Doch selbst im Meer deutschen Indierocks des 21. Jahrhunderts, stechen Pabst hervor wie das Feuerauge im Golf von Mexiko.

In den zwölf Tracks des neuen Albums „Crushed by the Weight of the World” gibt es viel zu Nicken - manchmal wegen des Texts, manchmal wegen der Musik, meistens wegen beidem. Pabst fangen die Melancholie einer Gegenwart ein, die nicht besonders viel Lust auf die Zukunft macht, ohne sich dabei in pathetischem Cringe zu verlieren. Die zwölf Tracks, die sich allesamt kürzer anfühlen als sie sind, sind stilistisch abwechslungsreich, ohne Kompromisse beim Pabst™-Sound eingehen zu müssen. Verantwortlich für die entstandene Intensität, sind dabei die Produzenten Magnus Wichmann (u. a. Paan, Baical, Leoniden) und Adam Lennox Jr. (kreativer Kopf des Projekts Zouj).

Trotz unüberhörbarer Anklänge der Rock-Ikonen der 90er Jahre und dem Anfang der 2000er, klingen Pabst zeitgemäß und treffen den Sweet Spot aus kantig und glatt, aus clean und dreckig. Der treibende Rhythmus ist dabei kein Selbstzweck, vereinigt er sich doch mit den englischsprachigen Texten, die zwischen hymnischer Melancholie und beißender Selbstironie wechseln und dazu einladen ellenlang auf Genius.com interpretiert zu werden. Jeder Song von Pabst klingt, als wäre er Teil des Soundtracks eines Films, der dir im Raucherbereich irgendeines Clubs empfohlen wurde.

„Crushed by the Weight of the World” ist Ausdruck des Gefühls, das die Generation zwischen Millennial und Gen Z vielleicht prägen wird: die ohnmächtige Wut, die entsteht, wenn man dabei zusehen muss, wie die Zeit, die die beste des Lebens sein sollte, wie Sand zwischen den Händen zerrinnt. Ob ein textlich wie musikalisch fast schon soziologisch ambitioniertes Werk das Ziel war, als Erik, Tore und Tilman getrennt voneinander begangen dieses Album zu schreiben, darf bezweifelt werden. Eine derart einfühlsame, wie musikalisch aufregende Auseinandersetzung mit wütender Ohnmacht, ohnmächtiger Wut, mit mentaler Gesundheit und dem sozialmedialen Umgang mit ihr oder der bangen Angst, viel zu früh den eigenen Zenit überschritten zu haben, gelingt wohl nur, wenn man es gar nicht erst versucht.

Als drittes Album der Band fügt sich „Crushed by the Weight of the World” lückenlos in das beeindruckende Gesamtwerk von Pabst ein und zementiert ihren Status, als eine der aufregendsten Rock-Bands des Landes, wahrscheinlich Europas. Während die lyrisch angeschlagenen Töne zeitgeistbedingt ernster werden, bleiben die tatsächlichen Töne eine Evolution ihres bisherigen Werks. Pabst machen es ihrer Hörer*innenschaft leicht, sich auf sie einzulassen, denn sie sind nicht nur klanglich wie visuell beeindruckend, sondern in allem, was sie sind, nahbar und - verzeiht die Wortwahl - relatable. Oder um es mit ihrem inoffiziellen Motto zu sagen: A Band. Kinda Nice. Please check out.

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